Neue Notunterkunft- „altes Finanzamt“

Notunterkunft „altes Finanzamt“ VIDEO

 

Neue Notunterkunft für Flüchtlinge in Osnabrück

 Noch stehen in den Zimmern nur die Bettgestelle, doch in einer guten Woche soll alles fertig sein. Ab 8. Februar ist das ehemalige Finanzamt Osnabrück-Land an der Hannoverschen Straße eine Notunterkunft des Landes, in der 400 Flüchtlinge Platz finden können.

Im vergangenen Oktober sei der Maltester Hilfsdienst vom Land Niedersachsen mit der Vorbereitung und Leitung der Notunterkunft beauftragt worden, berichtete Norbert Wemhoff. Der langjähriger Malteser-Diözesanleiter und frühere Geschäftsführer der Klinik St. Georg Harderberg und Ostercappeln übernimmt die Leitung des Hauses.

Kein warmes Wasser im Haus

Ab 8. Februar ist das ehemalige Finanzamt Osnabrück-Land an der Hannoverschen Straße eine Notunterkunft des Landes, in der 400 Flüchtlinge Platz finden können. Wie viele neue Flüchtlinge Osnabrück pro Woche verkraften kann steht hier: noz.de/artikel/663652 (Video: Nils Elixmann) Posted by noz.de on Freitag, 29. Januar 2016

In Zusammenarbeit mit der Landesbaubehörde musste das große Behördenhaus bewohnbar gemacht werden. „Die Wasserversorgung war total veraltet, das Versorgungsnetz musste erneuert werden“, erläuterte Wemhoff bei einem Rundgang mit unserer Redaktion. Allerdings: Warmes Wasser gibt es für die 4500 Quadratmeter auch in Zukunft nicht. Duschen müssen die Gäste draußen in sechs Containern mit jeweils sechs Duschen.

Mitarbeiter mit Migrationshintergrund

Die Heizung musste wieder in Betrieb genommen, die Elektrik auf Vordermann gebracht und der Brandschutz erneuert und verstärkt werden. Unterdessen sucht Wemhoff Personal für das „Haus Johannes“ wie es nach dem Patron der Malteser benannt ist. Von Sicherheitsdienst über das Küchenpersonal und zwei Hausmeister bis zu Sozialarbeitern stellten er und sein Mitarbeiter Matthias Hülsmann ein 21-köpfiges Team zusammen. Dabei habe er Wert darauf gelegt, das die Hälfte der Mitarbeiter einen Migrationshintergrund hat und arabisch spricht, um sich mit dem Großteil der erwarteten Flüchtlinge verständigen zu können.

Zwei bis acht Betten

Die Notunterkunft soll die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes am Natruper Holz entlasten. Bevor die Gäste in der Hannoverschen Straße einziehen, würden sie im Flüchtlingshaus am Natruper Holz registriert, erläuterte Wemhoff. Bis zu 120 Zimmer mit zwei bis acht Betten können vom Erdgeschoss bis zum dritten Geschoss belegt werden. Ein großer Raum, der in der Mitte geteilt werden kann, soll für Deutschunterricht und eine Kinderstube genutzt werden.

Kleiderkammer im Keller

Zwei Räume der Stille sind ebenso geplant wie ein großer Aufenthaltsraum. Dort musste der ein neuer Boden verlegt werden, um die Schienen abzudecken, auf denen früher Akten hin und her geschoben wurden. Im Keller gibt es noch Zeugnisse davon, dass die Kriminalpolizei von 1954 bis 1987 dort residierte: zwei Arrestzellen. Die sollen aber künftige Besucher nicht abschrecken.

Im Keller richten Mitglieder der katholischen Pfarreiengemeinschaft Osnabrück-Süd eine Kleiderkammer ein. Sie ersetzt die bisherige Kleiderkammer bei der St. Josefsgemeinde und steht auch Bedürftigen aus dem Quartier offen. Die Kleiderspenden, die im ehemaligen Baumarkt Max Bahr gesammelt und sortiert wurden, werden am Wochenende an die Hannoversche Straße transportiert.

Ein Artikel von Ulrike Schmidt  Redakteurin in der Redaktion Lokales Osnabrück